Für jeden Motorradfahrer ein „Muss“

La Sella – Ronda
So auch für die Motorradfreunde Markelsheim e.V. Mit insgesamt 25 Motorrädern und 29 Leuten nahmen sie dieses Bikerparadies vom 20. bis 25. Juni 2000 unter die Räder.

Markelsheim: Wenn man bezüglich Motorradstrecken von Highlights spricht, sind die Dolomiten mit Sicherheit ganz vorne dabei. Rund um die Sella – Gruppe beginnt Motorradleben pur. Unglaubliche Kurvenlabyrinthe vereinen sich zu landschaftlichen und fahrerischen Genüssen auf höchstem Niveau. In mehreren Gruppen machten wir uns auf den Weg. Angefahren wurde die Ortschaft Arabba, gelegen in mitten der Sella – Gruppe.
Schon allein bei der Hinfahrt galt es einige schöne Pässe zu fahren. Bei herrlichstem Wetter hieß es wedeln, wedeln und das mitten im Sommer. Den ersten Cappuccino in 2215 m Höhe am Penser - Joch. Von dort aus ging es weiter über den Ritten Richtung Bozen. Von dessen höchstem Punkt aus hat man einer wunderschönen Blick, hinweg über Weinberge, auf die Stadt selber. Weiter ging es durchs Eggetal hinauf auf den Karerpaß. Diese reizvolle Strecke lässt es dem Fahrer schwer fallen sich auf die Straße zu konzentrieren. In Canazei der zweite Capuccino, hier erlebten wir zu erstenmal, was es heißt in Italien zu tanken. Die von uns aus Deutschland gewohnten Öffnungszeiten werden in Italien etwas „flexibler“ gehandhabt. Nicht immer sind die Tankstellen geöffnet, aber an den nötigen Kraftstoff für das Motorrad kommt man. Nur sollten immer ein paar 10.000 Lire-Scheine parat sein. Das Tanken an den Automaten gestaltet sich problemlos. Versorgt mit dem nötigen Nass fürs Bike ging es weiter über das Pordoi - Joch hinunter nach Arabba. Das Ziel für den ersten und Ausgangspunkt für die nächsten Tage.

Wie schnell sich die Wettersituation in den Bergen ändern kann, erlebten wir auch sehr bald. Saßen wir noch bei schönstem Wetter in Canazei und genossen den Capuccino, wurden wir eine Stunde später zum erstenmal geduscht. Der fast tägliche 16 Uhr Schauer hatte uns voll erwischt. Aber darauf stellt man sich sehr schnell ein und kehrt halt zu diesem Zeitpunkt in eines der vielen Bistros ein. Hier wird man immer freundlich begrüßt auch wenn man triefend die Eingangstür öffnet. 
Diese Gastfreundlichkeit erlebten wir auch in unserem Hotel „ Al Forte “. Dieses Haus ließ für uns Biker keinen Wunsch offen. Ob das Essen, die Bedienung oderaber das hoteleigene Relax-Center, alles Top. Das es etwas außerhalb von Arabba liegt und somit die Möglichkeit für einen Bummel, durch den Ort selber, recht schwierig gestaltet mag vielleicht ein kleines Manko sein. Nicht jedoch die Abende in der ebenfalls hoteleigenen Musik - Bar. Hier merkte man ganz deutlich die Handschrift des Junior-Chefs. Ausgestattet mit dem nötigen Equipment an Musik und Lichtanlage, liefen hier jeden Abend lustige Partys.

Aber wir waren ja nicht zu feiern nach Arabba gekommen, sondern um zu fahren. Jeden Morgen um 9.30 Uhr hieß es „ Motoren an und los“. Viele schöne Strecken warteten darauf von uns unter die Räder genommen zu werden. Jede einzelne Tour jetzt hier zu beschreiben würde zu weit führen. Doch möchte ich auf ein paar Highlights hinweisen.

Die Begeisterung unzähliger Pass – Straßen, sattgrüner Almwiesen und den schroffen Gebirgszügen, mit ihren gewaltigen rot schimmernden Felstürmen, läst jedes Bikerherz höher schlagen. Ob die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas, Kastelruth (die Spatzen habe ich nicht gesehen), das Wahrzeichen der Dolomiten „Die drei Zinnen“ oder aber der Stausee des Marmolada – Gletschers, all diese Sehenswürdigkeiten wurden von uns angefahren und bestaunt.
Aber immer wieder aufs neue begeisternd sind die Pässe an denen nun mal kein Weg dran vorbei führt. Das ist auch gut so, denn jeder für sich birgt seinen eigenen Schönheiten. Ob Sella – Joch, Grödner – Joch, Passo Falzarego, Pordoi – Joch, Passo Campolongo oder Kreuzbergpass. Jedes Mal wird der Fahrer aufs neue herausgefordert. Unzählige Spitzkehren sorgten dafür das die Reifen gleichmäßig rund abgefahren wurden. Einer der Höhepunkte war aber sicherlich der Passo di Giau. Nicht nur wegen der hochgenialen Streckenführung, sondern auch aufgrund der herrlichen Aussicht auf der Passhöhe. Bei schönstem Wetter hatten wir von hier aus Sicht bis zur Bergstation der Seilbahn des Pordoi – Joch.

Vielleicht noch ein paar Besonderheiten der Region. Man sollte immer darauf gefasst sein, dass hinter der nächsten Kurve eine Kuh auf der Straße steht. Die nehmen keine Rücksicht auf uns Motorradfahrer, ganz bestimmt nicht. Ebenso hatte ich das Gefühl, dass sie ihr „Geschäft“ mit Vorliebe auf dem Asphalt erledigen. Aber auch das umfahren der Kuhpfaden kann Spaß machen. Sollte es mal nicht klappen hat der Hintermann halt Pech gehabt.

Ebenso hat der Asphaltbelag so seine Eigenheiten. Viele Strecken befinden sich in einem guten Zustand doch manchmal ist, auch und gerade beim trockenem Zustand, der Belag sehr rutschig. Hier sollte man unbedingt, beim Herhausbeschleunigen aus den Kurven, aufpassen. Die Bevölkerung der Region ist immer freundlich und hilfsbereit. Auch merkt man ganz deutlich das sie sich auf die Belange von uns Bikern eingestellt haben. Klar bei solch einem herrlichen Bikerparadies. Sie überbrücken damit die Zeit bis der nächste Schnee fällt und uns Biker dann die Skifahrer ablösen.

Viel zu schnell gingen die Tage in Arabba zu Ende. Am Sonntagabend, den 25 Juni, waren wir alle wieder in Markelsheim mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Eins ist gewiss wir waren nicht zu letzten Mal dort, zumindest ich nicht.
Manfred "Manny" Koch 
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Motorradfreunde Markelsheim e.V.