IM LAND DER BULLEN UND KÜHE

Motorradfreunde unterwegs

Wehe dem, der jetzt an was anderes denkt, als an friedlich grasende Bullen und Kühe auf sattgrünen Gebirgswiesen. Dieses Bild und noch viele andere landschaftliche schöne Eindrücke erlebten wir, die Motorradfreunde aus Markelsheim, bei unserer diesjährigen Ausfahrt.

Wieder einmal hieß es die Motorräder richten und ab auf die Piste. Der Termin ist ja mittlerweile immer der Gleiche. Los geht es an Himmelfahrt um am Sonntag darauf wieder am Ortseingang Schild von Markelsheim vorbeizufahren. In diesem Jahr machten wir uns mit insgesamt 41 Personen auf 38 Motorrädern auf dem Weg.

Ziel der Ausfahrt: Das Montafon in Österreich. Gestartet wurde in mehreren Gruppen um sich in Vandans, dem Zielort des ersten Tages, abends zu treffen. Untergebracht waren wir für die vier Tage im Hotel „Klein Tirol“. Freundlicherweise haben die Besitzer ihr Haus extra für uns geöffnet. Na ja, schließlich haben wir ja auch die Bettenkapazität des Hausen voll ausgeschöpft und schließlich hat man ja auch, nach vielen zu Teil anstrengenden Tagestouren, am Abend den dementsprechenden Hunger und Durst. Ich sehe immer noch die freundlichen Gesichter der Wirtsleute bei der Abfahrt am Sonntag. Die haben ganz bestimmt ihren Umsatz gemacht.

Der Vorarlberg und das Montafon ist für uns Motorradfahrer eines der Reizvollsten Gebiete Österreichs. Von hier aus hat man alle Möglichkeiten - seinem Fahrstil entsprechend - sich drei Tage lang auszutoben. Ob herrlich Cruisen, durch schöne Täler oder aber sportlich die vielen Pässe erobern, hier kommt jeder zu seinem Recht. Ein Highlight ist die Silvretta-Hochalpenstraße. Das man für das Befahren 10.20 Euro bezahlen darf, mag für den ein oder anderen ein Wehrmutstropfen sein. Nicht jedoch für uns Motorradfahrer. Von Partenen aus anfahrend erwarten dann einen 32 Serpentinen hinauf auf die Bieler Höhe. Das sind 14 Kilometer reiner Motorradfahrspaß, bei dem man beinah einen Höhenunterschied von fast einem Kilometer überwindet. Fährt man oben endlich (schade) auf einen der beiden großen Parkplätze, erwartet einen ein großartiges Panorama. Vorausgesetzt man hat schönes Wetter.
Hier seht ihr Volker "Beffi" der genau wie wir alle viel Spaß mit den herlichen Serpentinen hatte. Leider ist Volker nicht mehr unter uns. Ihn hat der plötzliche Herztot von uns gerissen. R.I.P.

Im Übrigen hatten wir sagenhaftes Glück. Vom ersten Anlassen bis zum letzten Abstellen in Markelsheim, meinte der Wettergott es gut mit uns. Wetter zu Helden zeugen, blauer Himmel ein paar Wölkchen hier und da und Temperaturen, die uns Motorradfahrer nicht unter unserer Schutzkleidung schwitzen ließen. Zurück zu Bieler Höhe - übrigens die höchste öffentliche Haltestelle Österreichs - steht man dann dort oben und genießt das Panorama des Silvretta Stausees, war kein Cent zuviel bezahlt. Gemächlich geht es weiter und man rollt gemütlich den Pass hinunter durch das Paznauental in Richtung Landeck. Hierbei durchfährt man auch die Ortschaft Galtür und unweigerlich kommen einem die schrecklichen Bilder der Schneekatastrophe wieder vor Augen.

Ich kann und möchte hier jetzt nicht alle Touren, die gefahren worden sind, aufzählen. Einige von uns fuhren sogar bis Italien, bzw. versuchten es. Leider war der Reschenpass zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz offen. Sehenswert bzw. fahrenswert sicherlich das Namloser Tal, das Hahnten – Joch oder von Imst aus kommenden die kleinen Sträßchen hinauf zur Pillerhöhe. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick ins Kaunertal. Fahrenswert auch das Lechtal. An dessen Ende warten dann der Hochtannbergpass, der Flexenpass und schließlich der Arlbergpass in unmittelbarer Reihenfolge. Höhenmeter, die man nie mehr vergisst.
Viel zu schnell vergingen die Tage im Montafon. Bei der Rückfahrt befuhren viele von uns noch die Strassen des Großen Walsertals zurück Richtung Deutschland. Von betrachten der Karte aus eher unscheinbar. Wenn man aber erst durch Thüringen, ja richtig so heißt die Ortschaft an Beginn des Walsertals, was uns zeigt auch die Österreicher haben ihren „Osten“, sich die ersten Serpentinen hinaufzieht hat alles mal ein Ende, nur die Kurven nicht.

Ein Wort noch zu den oft verschrienen Herren in Uniform. Gesehen haben wir viele die uns aber in Ruhe gelassen haben. Die Geschwindigkeitskontrollen waren nicht so versteckt und wenn, haben uns entgegenfahrende Gleichgesinnte rechtzeitig gewarnt. Das Einzige, was im Land der Ösis nervt ist, dass Sie dich versuchen mit aller Gewalt auf ihre zahlungspflichtigen Straßen zu lotsen. Aber mit offenen Augen fahrend kann man das vermeiden. Leider sind die Hinweisschilder zu den freien Straßen recht klein. Aber man ist ja lernfähig. Beim nächsten Mal - das wird es sicherlich geben - nehme ich mir dann eine Lupe mit um den Abzweig schneller zu finden. Ich bin nämlich die „bösen“ Blicke meiner Mitfahrer leid, wenn ich sie zum dritten Mal durch eine Ortschaft hinter mir her fahren lasse um endlich den richtigen Abzweig zu finden.
Manfred "Manny" Koch
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Motorradfreunde Markelsheim e.V.